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München Marathon 2010

Training

Ja, ich geb's zu - ich habe zu wenig trainiert für diesen Marathon. Als Peter und ich uns im Frühjahr für den Bewerb anmeldeten, war noch nicht klar, ob ich beim Halb- oder beim ganzen Marathon antreten soll. Und da man noch bei der Startnummernausgabe "downgraden" kann habe ich mich zunächst einmal für den ganzen Marathon angemeldet.
In den Sommermonaten war ich in Babykarenz und habe daher bei jedem Training eine Betreuungsperson für den Alexander organisieren müssen - dadurch waren lange Läufe sehr schwer möglich. Im September nahm ich dann in der Wachau am Halbmarathon teil, dieser Lauf hat den längsten Lauf im Marathontraining dargestellt. In den letzten 2 Wochen vor dem Bewerb hatte ich dann mehr Zeit zum Laufen (Alexander wurde gerade im Kindergarten eingewöhnt), allerdings sind allzulange Läufe so knapp vor einem Marathon auch nicht unbedingt zu empfehlen - ich habe mich daher in dieser Zeit auf mehrere 12km - Läufe beschränkt.
Insgesamt gesehen hätte alles für den Halbmarathon gesprochen - ich wollte aber die gesamte Distanz schaffen und im Nachhinein betrachtet war es die richtige Entscheidung.

Der Bewerb

Wir kamen gemeinsam mit unseren Freunden Daniela und Vlado sowie deren Onkel und Tante am Freitag in München an und fuhren gleich zur Marathonmesse. Um diese zu erreichen mussten wir recht weit von der U-Bahn gehen - und gerade in den letzten Tagen vor einem Marathon scheut man ja jeden unnötigen Schritt. Bei der Marathonmesse holten wir unsere Startnummern ab und ich kaufte mir noch einen Trinkgurt - ein Finisherleiberl habe ich mir bewusst nicht zugelegt, weil ich mir ja nicht sicher war ob ich überhaupt ins Ziel komme.

Am Sonntag sind wir dann um 6 Uhr aufgestanden - überraschenderweise hat an diesem Tag Alexander noch bis 6:30 geschlafen, nicht einmal unsere Vorbereitungen haben ihn aufgeweckt (normalerweise ist er es, der uns um 5:30 täglich weckt). Naja, wir haben ihn halt dann doch aufgeweckt, gefrühstückt und sind zum Start gefahren. Daniela hat sich bereit erkärt, auf Alexander während meines Laufs aufzupassen - dafür bin ich ihr sehr dankbar weil ich ohne ihre Hilfe nicht mitmachen hätte können!
Im Olympiastadion zogen wir uns um, verabschiedeten uns von Alexander und Daniela und gingen dann langsam Richtung Start - es war (wie bei den meisten Marathonstarts) eiskalt und ich versuchte, mich in der Sonne etwas aufzuwärmen. Da dies ein eher kleiner Marathon ist waren die Schlangen an den Toiletten auch nicht so lang wie üblich, das Starterfeld war überschaubar aber die Stimmung war trotzdem gut.

Ich habe mich in Starterblock B platziert, hier sollten alle Starter mit einer geplanten Endzeit über 3:45 starten - da dieser Block aber erst 10 Minuten nach Startblock A startete musste ich weitere 10 Minuten in der Kälte ausharren.
Vor dem Start
Siegestor - Ludwigstrasse Nach dem Startschuss benötigte ich fast 3 km um einigermassen auf Betriebstemperatur zu kommen, dann waren wir bereits in der Innenstadt von München und ich packte mein Handy aus um ein paar Fotos von der Strecke zu machen. Interessanterweise ist der Kilometer, an dem ich die Fotos gemacht habe, der schnellste geworden...

Nach einer Wende in der Innenstadt ging es hinaus in den Englischen Garten - und hier waren zwar ein paar Zuschauer, aber ansonsten gab es hier nur Bäume, Wiesen und Sträucher, von sämtlichen Sehenswürdigkeiten hielt sich die Strecke fern. Hier mussten wir Richtung Norden bis ca. km 11 laufen und dann wieder Richtung Süden, bei km 15 kamen wir wieder in verbautes Gebiet. Es ging danach immer wieder bergauf und bergab - mir ging es zu diesem Zeitpunkt aber noch ganz gut.
Erst knapp vor dem Halbmarathon (ca. km 18) legte ich eine erste Gehpause ein, lief aber recht bald wieder weiter. Die Halbmarathonmarkierung überquerte ich ohne Schmerzen - und war zu diesem Zeitpunkt froh, den ganzen Marathon laufen zu dürfen (weil ich noch Reserven hatte).

Danach ging es aber eher schleppend weiter - bei sämtlichen Teilstrecken, die bergab gingen, lief ich schnell dahin, sobald es bergauf ging, beschränkte ich mich auf Gehgeschwindigkeit. Mich störte vor allem in diesem Streckenstück rund um den Ostbahnhof die Einsamkeit (rund um mich waren die Läufer schon recht dünn gesät und sehr vereinzelt standen Personen am Strassenrand um anzufeuern), mir ging hier die Motivation verloren. Dazu kam noch, dass mir meine Gel-Chips überhaupt nicht schmeckten und ich recht bald auf die an den Labestationen angebotenen Bananen zurückgriff. Dabei musste ich aber aufpassen, meinen Magen mit der angebotenen Kombination mit eiskaltem Wasser nicht zu überfordern...

Naja, nach einiger Zeit ging es endlich wieder hinein in die Innenstadt - allerdings war ich mittlerweile schon so lustlos, dass ich auch hier nur mit schnellen Schritten weiterging. Die Strecke wurde hier von vielen Passanten gekreuzt - auch sie wollten einmal eine breite Strasse ohne Autos begehen.
Ab km 32 ging es noch einen kleinen Abstecher in einer kleinen Runde in Seitengassen der Maxvorstadt, erst bei km 36 sollten wir wieder zurückkommen zur Ludwigstraße - eine besonders schwere Prüfung meiner Motivation. Allerdings muss ich positiv betonen, dass die Streckenposten ihre Arbeit trotz der fortgeschrittenen Zeit immer noch sehr gut machten, einige standen sogar extra auf um mich anzufeuern.

Zieleinlauf Schliesslich war auch ich wieder zurück auf der breiten Ludwigstraße - ich war mittlerweile etwas über 5 Stunden unterwegs und hatte noch 6 km vor mir. Daher rechnete ich mir aus, dass es sich knapp mit 6 Stunden ausgehen könnte wenn ich schnell weiterging oder zumindest ein bisschen auch lief. Bei der Abzweigung Richtung Olympiastadion bei km 38 motivierte mich dann die Musik, sodass ich wieder zu Laufen begann - und das hielt ich dann auch bis zum Schluss durch.

Die letzten 2 Kilometer führten durch den Olympiapark und hier riefen mir viele Läufer, die bereits im Ziel waren und schon wieder den Heimweg antraten, zu, dass es nicht mehr weit sei und ich es schon schaffen werde. Knapp vor dem Stadion standen dann auch der Peter mit Alexander und unsere Freunde, dann ging es hinein ins Stadion und durch den Lichtkanal. Auf der Laufbahn überholte ich sogar noch einen Läufer (er hat vermutlich geglaubt, dass nach dem Lichtkanal bereits das Ziel wäre und ist immer langsamer geworden), lief durchs Ziel und konnte es danach kaum glauben, dass auch dieser Marathon geschafft ist! Obwohl ich knapp über 6 Stunden benötigt habe (6:04:00) bin ich trotzdem in der Ergebnisliste zu finden.

Resumee

Die Strecke des München Marathon ist kaum für Sightseeing geeignet - die lange Strecke durch den Englischen Garten ist zwar landschaftlich hübsch, aber wenig abwechslungsreich. Es geht ausserdem dauernd bergauf und bergab, dies ist am Streckenprofil gar nicht so gut zu erkennen. Erst ab km 30 wird die Strecke in der Innenstadt interessanter und auch der Zieleinlauf im Stadion hat mir gut gefallen.


 

 
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